Montag, 25. Februar 2008

Neue Heimat

Die Dicke und ihre Gefolgschaft haben ein neues Heim.
Am Freitag habe ich mir Zeit für die nötigen Bauarbeiten genommen, um, wie im vorletzten Post angekündigt, ein schöneres Übergangsnest für meine Mädels zu schaffen.

Mein ursprünglicher Plan sah vor, ein Ytong-Nest zu bauen. Meinen Dremel hatte ich schon bereitgelegt, um damit Kammern und Gänge in den Stein zu fräsen. Und ich war mir sicher, im Garten bei der Garage Reste von Ytong-Steinen gesehen zu haben.
An der Art, wie ich den letzten Satz formuliert habe, kann man schon erahnen: es gab keinen solchen Stein. Keinen einzigen! Vor lauter Verzweiflung ging ich dann nochmal in den Keller - ohne wirkliche Hoffnung, dort noch einen Stein aufzutreiben. Aber das Schicksal meint es manchmal doch gut mit einem - ich entdeckte in dem alten Karton mit Baumaterial noch eine volle Tüte Gips! Und was gibt es geileres als 'ne Tüte Gips, wenn man im sozialen Wohnungsbau für Ameisen tätig is??
Also habe ich ein Gips-Nest gebaut. Ach, was sag ich, eins. Drei Stück! Wobei nur eines in die engere Auswahl kam. Der Rest waren Experimente.

Den Bauvorgang beschreibe ich jetzt anhand des ausgewählten Nestes recht kurz. Die Einzelheiten malen Sie sich bitte in Ihrer Phantasie ein wenig aus. Sie können auch die Fotos zur Hilfe nehmen (klicken zum Vergrößern!).

Phase 1: Vorbereitung der Form
Ich habe eine leere Salzstangenpackung als Gießform genommen. Für die Kammern habe ich Negative aus ausgelaufenem Kerzenwachs verwendet. Den späteren Zugang zum Nest habe ich durch ein Stück Schrumpfschlauch offen gehalten. (Foto: Prinzip, mit anderer Form)

Phase 2: Vergießen
Das ist fix erklärt: Gips anmischen, Form füllen (vorsichtig, damit die Wachsstücke nicht verrutschen!), ein Glas Wein trinken - fertig!

Phase 3: Feintuning
Zunächst mußte das Wachs aus den Kammern raus. Dazu habe ich den Gipsblock in einen alten Topf gelegt und das Ganze mit sprudelnd kochendem Wasser übergossen. Das Wachs wurde flüssig und stieg auf.
Anschließend kam dann der Dremel noch zum Einsatz - zum Begradigen der Kammerränder und zum Einfräsen eines Verbindungsganges zwischen den Kammern.

Phase 4: Sichtschutzfolie
Abschließend habe ich die rote Sichtschutzfolie vor das Nest montiert. Man erinnert sich: Ameisen sehen kein rotes Licht und fühlen sich daher hinter roter Folie ungestört. Seitlich habe ich die Folie mit Wickelband fixiert und rundherum mit meinem tollen weißen Silikon (s. Inselbau) abgedichtet. Mittig noch zwei Heftzwecken rein - und das war's dann auch schon.

Jetzt steht das neue Nest auf der Insel. Tür an Tür mit dem Reagenzglas. Umgezogen ist noch niemand. Aber das wird noch.

Michael

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