Dienstag, 24. November 2009

Freitag, 21. August 2009

Schlüpftage

In den letzten Tagen lagen unheimlich viele Reste von Puppenhüllen im Wasser. Da schlüpfen zur Zeit wohl ganz ordentlich Ameisen.
Vorgestern konnte ich live beobachten, wie Puppen von einem Teil des Nestes in einen anderen verlagert wurden. Der Transportweg führte für ein ganz kurzes Stück durch einen Graben zwischen zwei Eingangslöchern. Enorm, wie viele Ameisen mit Puppen die Stelle passierten!
(Ich hoffe mal nicht, dass die Arbeiterinnen mich verarscht haben, unterirdisch wieder zurückgelaufen sind und in Wirklichkeit nur 2 Puppen im Kreis spazieren geführt wurden...)

So viel Brut - muß wohl am guten Futter liegen!

Dienstag, 18. August 2009

Ende der Läusemelkerei

Am vorletzten Wochenende hat sich das Volk der DICKEN plötzlich aus der Läusewirtschaft zurückgezogen. Die Zweige des Staudensellerie sind leer; keine einzige Laus ist mehr zu finden.
Schon einige Tage vorher konnte ich einen Rückgang der Läusepopulation registrieren; kurze Zeit später beobachtete ich auch mehrfach Ameisen, die Läuse von der Läuseweide wegtrugen - und damit im Erdnest verschwanden. Am Sonntag waren dann alle Läuse verschwunden, und ich gehe davon aus, dass alle "abgeschleppt" wurden. Ob die Läuse nur "eingelagert" oder gefressen wurden, kann ich nicht sagen. Eine größere Anzahl an Läuseresten im Wassergraben in den letzten Tagen deutet aber darauf hin, dass zumindest einige Läuse das Zeitliche gesegnet haben.

Was Lasius niger zur Beseitigung der Läusekolonie bewogen haben könnte, ist mir nicht klar. Immerhin handelte es sich ja um ein Stück gut funktionierende Ameisen-Selbstversorgung. Die Läusepopulation sah bis zum Schluß recht gesund aus. Vielleicht ist der Sellerie zu scharf geworden!? Oder vielleicht schmeckt der Honig einfach besser, den ich seit kurzem zusätzlich füttere.

Aber auch ohne Läuse geht es dem Volk der DICKEN ernährungsmäßig nicht schlecht. Es gibt Honig (geht jetzt endlich) und Zuckerwasser sowie immer wieder frische Insekten.

Quecksilber?? Nein, nur Honig.
Hier auch schön zu sehen: kleinere und größere Ameisen.
Und die enorme Dehnbarkeit des Gasters (Hinterteil) bei der Nahrungsaufnahme.

Der neueste Renner aber ist das Ameisen-Eiskonfekt auf Fruchtfliegen-Basis!

Ameisen-Eiskonfekt "Drosophila congelata"

Zum Ameisen-Eiskonfekt später mehr.

Donnerstag, 30. Juli 2009

Erster nichtamphibischer Ausbruch

Heute haben meine Ameisen ihren ersten richtigen Ausbruch hingelegt. Ohne dafür übers Wasser gehen zu müssen.

Als ich heute morgen im Wintergarten die Tomaten gießen wollte, bemerkte ich mehrere Ameisen, die sich außerhalb des Formicariums auf dem Regal tummelten. Es waren natürlich welche aus dem Volk der DICKEN.
Wie ich schnell feststellen konnte, war der Ausbruch durch meine eigene Nachlässigkeit möglich geworden.
Vor einigen Tagen hatte ich einen frischen Zweig von diesem Suppengrünzeugs* ins Formicarium gestellt, auf dem die Mädels so gerne ihre Blattlauszucht betreiben. Der Zweig hatte über den Rand hinausgeragt, war allerdings mit der äußersten Blattspitze noch ca. 1 cm von der Wand hinterm Regal entfernt. Reicht doch - dachte ich. Im Verlauf der letzten Nacht hatte sich die Blattspitze allerdings abgesenkt und Wandberührung bekommen. Somit war die Landbrücke da.
Glücklicherweise war für die meisten Ameisen die Blattlausfarm doch wohl interessanter als die karge Außenwelt, so dass nur einige "Scouts" den Ausflug nach draußen gewagt hatten. 4 Stück konnte ich gleich morgens wieder einfangen, und heute Nachmittag nochmal 2. Mehr habe ich nicht gefunden.
Somit bin ich bei diesem Ausbruch nochmal glimpflich davongekommen. In Zukunft werde ich mit "überragenden" Teilen besser aufpassen.

* beim verlausten "Brückengrün" handelt es sich um Staudensellerie

Mittwoch, 29. Juli 2009

Ameisen im Deutschlandfunk

Heute, kurz nach halb fünf nachmittags. Ich sitze im Auto auf der Fahrt von der Arbeit nach Hause und höre Deutschlandfunk. Sendung: Forschung aktuell. Es gibt einen Beitrag über Ameisen, der sehr interessant ist. Es geht darin um die Arbeitsteilung im Ameisenstaat einer australischen Ameisenart - bei der Verdauung!

Kurz umrissen: Ameisen sammeln unterschiedliche Nahrung. Die Larven benötigen hauptsächlich Eiweiß für ihr Wachstum, die Arbeiterinnen Energie in Form von Kohlenhydraten. Aber auch die Arbeiterinnen benötigen Eiweiß für Aminosäuren, können aber selbst kein Eiweiß verdauen. Das Problem wird dann folgendermaßen gelöst (Zitat): "Wenn die Arbeiterinnen Aminosäuren bekommen wollen, füttern sie die Larven mit Eiweiß. Die Larven verdauen die Proteine vor und scheiden die Aminosäuren in ihrem Speichel wieder aus. Den fressen die Erwachsenen auf. Im Nest arbeitet die reinste Maschinerie, die der Nahrung den Zucker entzieht und das überschüssige Eiweiß entsorgt. Das ist niemals zuvor gezeigt worden."

Klasse, oder?
Den vollständigen Beitrag könnt Ihr hier nachlesen.

Freitag, 24. Juli 2009

Sommerliche Zwischenbilanz

Im Reich der DICKEN läuft es gerade richtig rund. Von einer Krise mit Larvenvernichtung und ähnlichem wie im letzten Sommer ist nichts zu spüren. Im Gegenteil - alles wächst und gedeiht. Ich nenne das jetzt mal "3-dimensionales Wachstum", weil 3 Hauptbereiche in der Entwicklung betroffen sind:

1. Die Population wächst rapide.
Ich gebe zu, ich habe nicht gezählt. Das hätte auch keinen Sinn, da die Viecher ja ohnehin nicht zum Appell antreten würden. Ich mache das vielmehr an der stark gestiegenen Anzahl von Ameisen fest, die jetzt zu jeder Tages- und Nachtzeit herumlaufen. Man findet im Formicarium kaum noch eine(n) Flecken, Ast, Schlauch oder Pflanze, auf dem/der nicht mindestens eine Ameise rumkrabbelt. Auch außen am Glaskasten - immer jemand unterwegs.
Außerdem muss ich ständig Puppenhüllen aus dem Wassergraben fischen.

2. Die Arbeiterinnen werden größer.
Seit ein paar Wochen fallen mir vermehrt Ameisen auf, die deutlich größer sind als die bisherigen. Die Zahl dieser großen Arbeiterinnen nimmt zu. Das liegt vielleicht an der verbesserten Ernährung (Birnen, Läusemelken, mehr Insekten), vielleicht aber passiert das auch automatisch ab einer bestimmten Populationsgröße. Muss ich noch nachlesen.
Laut Wikipedia-Eintrag werden die Arbeiterinnen 3 - 5 mm groß. Das passt. 5 mm Kaliber ist jetzt vermehrt am Start.

3. Die Selbständigkeit steigt.
Ich war im Urlaub. Während meiner Abwesenheit war für eiweißhaltige Nahrung gesorgt, denn meine Blumengießfachkraft war so nett, ihre zu Hause totgeschlagenen Fliegen mitzubringen und meinen Ameisen zu überlassen. Kohlenhydrate in Form von Birne oder Zuckerwasser gab es allerdings nicht.
Da hat sich das Volk der DICKEN eben selbst geholfen und kurzerhand die Blattlauszucht reaktiviert. Und zwar an den alten Suppengrün-Strunken, die da noch im Glas rumstanden und die ich vor meinem Urlaub (glücklicherweise) vergessen hatte zu entsorgen. Denn Läuse waren da kaum noch drauf gewesen. Nach meinem Urlaub jedoch- fette Trauben der guten "Schwatten" am Stengel. Und Lasius niger mittenmang am Melken am tun.
Nicht schlecht. Bin schon ein bisschen stolz auf die Kleinen ;-)
(Wo hatten die nur die Läuse geparkt?)

Zum Schluß gibt es noch ein Video von heute. Darin kämpfen meine Mädels einen blauen Brummer nieder, der sich noch arg wehrt (oben, halb unter der Rinde - das andere Teil ist 'ne (bereits tote) Schwebfliege). Dementsprechend herrscht Alarm, und alle flitzen rum.

(Ich hoffe, man kann was erkennen - Blogger komprimiert ja immer nochmal ganz ordentlich)